Blinde Kuh-Erfahrung für den Presseclub

Vertreter des Vorarlberger Blinden- und Sehbehindertenverbandes luden die Mitglieder des Vorarlberger Presseclubs zu einem „Selbsterfahrungsabend“ ins Blindenheim Ingrüne. „Blinde Kuh“ wurde hier nicht „gespielt“, sondern die eigenen Empfindungen und Erlebnisse als wertvolle Erfahrung mit nach Hause genommen.

Blindenverband lud Journalisten zur Selbsterfahrung mit Dunkelbrille

Vertreter des Vorarlberger Blinden- und Sehbehindertenverbandes luden die Mitglieder des Vorarlberger Presseclubs zu einem „Selbsterfahrungsabend“ ins Blindenheim Ingrüne. „Blinde Kuh“ wurde hier nicht „gespielt“, sondern die eigenen Empfindungen und Erlebnisse als wertvolle Erfahrung mit nach Hause genommen.

Gleich nach der Begrüßung im Blindenheim in der Schwarzacher Ingrüne wurden die Journalisten mit einer Dunkelbrille ausgestattet und mit je einem Führer/einer Führerin auf einen Rundpfad geschickt. Allen voran schritt Landespressechef Peter Marte, der von Blindenverbandsobmann Manfred Schuler treppab und am Schwimmbad vorbei wieder hinauf durch das Freigelände geführt wurde um mit ihm den Weg ins Blindenheim und den im 1. Stock gelegenen Speisesaal zu nehmen. Mit erstaunlich schnellem Schritt bewältigten die beiden den Parcours, während Klaus Morell sowie die Lustenauer Presseladies Astrid Riedl und Judith Bösch den Pfad ein wenig vorsichtiger bewältigten. Julia Schneider mit Hund Columbus und Zivildiener Johannes, Sabine Kosel, Silvia Habisch sowie Karlheinz Ritter, Vizeobmann des Blindenbundes, stellten sich als weitere FührerInnen über Stock und Stein zur Verfügung.

Die Augen hatten Pause
Das anschließende Abendessen wurde ebenfalls analog zum „blinde Kuh“ genannten Dunkelrestaurant in Zürich – ohne zu sehen eingenommen. Riechen, schmecken und tasten traten an die Stelle des Sehens, und so löffelten als weitere Teilnehmer Gerd Endrich, Gerty Lang und Christos und Ursula Kremmel, Helmut Spiegel, Ewa Morell, Ulli Marte und Peter Schmid vorsichtig die von Küchenchef Bruno Greussing gekochte und von Caroline Nicolussi kredenzte Gemüsesuppe. War das Löffeln dank der Suppentassen noch vergleichsweise leicht zu bewältigen, gestaltete sich das Einnehmen der Hauptspeise –  Putensteak an Rahmsauce, gedünstetes Gemüse und Kroketten – ohne visuellen Reiz bereits schwieriger. Mit Apfelküachle und Eis endete das Experiment der Mahlzeit im Dunkeln und dankbar nahmen alle Teilnehmer dieses ganz besonderen Presseclubs ihre Brillen ab.

Wertvolle Erfahrung
Mit Informationen über den Blindenverband und vielen Fragen sowie regem Austausch über das Empfundene wurde der zweite Teil des Abends gestaltet.
Die Demonstration verschiedener Hilfsmittel wie der Braillezeile für den PC oder einem Lesegerät, welches eine starke Vergrößerung von Lesematerial ermöglicht, brachte weitere wertvolle Einblicke in die Welt der Dunkelheit. Kommunikation und Interaktion ohne Augenlicht – das waren die völlig neuen Erfahrungen für die Mitglieder des Presseclubs und ihre Partner. Eine weitere Veranstaltung mit „blind Kegeln“ und „blind Schießen“ soll dem erfolgreichen Abend im Blindenheim Ingrüne folgen.