„marie“-Erfinder beim Presseclub

Ein fulminanter Start gelang der ersten Vorarlberger Straßenzeitung „marie“: Die beiden ersten Ausgaben im Dezember 2015 und im Jänner 2016 mit einer Gesamtauflage von 19.000 Stück waren innerhalb weniger Tage vergriffen.


Journalist und Medienprofi Robert Thoma, der unter anderem jahrelang als Geschäftsführer und Chefredakteur der NEUEN arbeitete, gab den Mitgliedern des Presseclubs am Donnerstag, 21. Jänner, einen interessanten Einblick in die Entstehung, die Praxis und künftige Ziele der „marie“.

Die Idee dazu beschäftigte ihn seit 2004, als er im Rahmen eines einjährigen Schottland-Aufenthaltes „The Big Issue“ kennenlernte: Dieses 1994 in London gegründete Blatt gilt als die Mutter aller Straßenzeitungen – von denen es heute weltweit in 27 Staaten bereits 80 Nachfolger gibt. Allen diesen Zeitungen gemeinsam ist, dass mittellose Menschen damit als Redakteure, Fotografen oder Verkäufer ein bißchen Geld verdienen können.

Mit Patrick Fürnschuß, Gernot Hämmerle und Gerhard Hofer fand Robert Thoma im Sommer 2015 engagierte Mitstreiter und gründete den gemeinnützigen„Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg e.V.“. Dann ging es Schlag auf Schlag. Man stellte ein Redaktionsteam zusammen (Leitung: Elisabeth Wille“) und machte sich an’s Werk.

„Am 8. Dezember wurden 10.000 Exemplare der ersten Ausgabe angeliefert – Verkäufer hatten wir aber noch keinen einzigen“, berichtete Thoma von der unkonventionellen Organisation der ersten Stunden.

Mit Hilfe der Sozialorganisationen und vor allem dem Kaplan Bonetti-Haus in Dornbirn fand man aber rasch Abhilfe. Bereits am 23. Dezember waren alle 10.000 „marie“ verkauft. Die Kolporteure, die nach Einschulung samt Verhaltenskodex einen offiziellen Verkäuferausweis erhalten, dürfen die Hälfte des Verkaufspreises (2,50 Euro) behalten. Die Jännerausgabe war von den inzwischen 55 Kolporteuren sogar innerhalb nur einer Woche an den Mann/die Frau gebracht.

Sowohl das sehr positive Echo auf die einfühlsam geschriebenen und interessanten marie- Geschichten, als auch der Verkaufserfolg und die Bereitschaft etwa von Handelsbetrieben, marie-Verkäüfer vor ihren Geschäften zu dulden, stimmen Robert Thoma und seine Mitstreiter optimistisch. Auf öffentliche Subventionen will und kann der gemeinnützige „Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg e.V.“ demnach auch in Zukunft verzichten.

Präsident Axel Renner bedankte sich im Namen des Vorarlberger Presseclubs bei marie-Initiator Robert Thoma für den sehr interessanten Einblick in das Geschehen rund um die „marie“ und wünschte dem Team auch im Namen der Kollegen für die Zukunft viel Erfolg.

Axel Robert Julia

Axel Renner, Robert Thoma und die Organisatorin des Abends, Julia Kleindinst.

Robert Thomas beim VPC