adidas – Sprecher Jan Runau beim VPC

Jan Runau, Pressesprecher  und Kommunikationschef von adidas zu Gast beim VPC

Nach Jahren der Auslagerung in Billiglohnländer will der Schuh- und Sportartikelkonzern adidas mit der Produktion schrittweise wieder zurück nach Europa, bzw. in die jeweiligen Absatzmärkte. Es sind bereits vollautomatisierte Sport- und Freizeitschuh-Fertigungsanlagen in Erprobung, die Ergebnisse seien vielversprechend, sagte Jan Runau (50), Leiter der Unternehmens-Kommunikation adidas, am 4. April bei einem Diskussionsabend des Presseclubs Vorarlberg im Bregenzer Hotel Schwärzler. Längerfristiges Ziel sei die individuelle Fertigung von Schuhen direkt im Sportgeschäft, 3-D-Drucker, so Runau, zeigten die Richtung der möglichen Entwicklung.Mit knapp 17 Mrd. Euro Umsatz (2015) ist adidas weltweit die Sportartikel-Nr. zwei hinter Nike; im Hoffnungsmarkt USA allerdings deutlich abgeschlagen hinter Platzhirsch Nike. Dafür rangiert adidas in Russland klar vorne. Allerdings: Trotz guter Umsätze hat die verschlechterte Rubel-Parität gegenüber dem Euro etwa im adidas-Geschäftsjahr 2014 zu einer Gewinnwarnung und damit trotz gewonnener Fußball-WM letztlich zu negativem Medienecho geführt. „Das war wie Steinschlag oder eine Lawine, da ist man machtlos und muss abwarten, bevor man wieder medial gegensteuern kann“, verriet Runau.

Die professionelle Geduld wurde belohnt: Der währungsbereinigte adidas Konzern-Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2015 um 10 Prozent. In Euro erhöhte sich der Umsatz um 16 Prozent auf 16,9 Mrd. € (2014: 14,5 Mrd. €). Die starke Umsatzdynamik war insbesondere auf das zweistellige Wachstum in Westeuropa, China oder Lateinamerika zurückzuführen. „Kommunikation im Freizeitpark“ betitelte Jan Runau sein informatives Impuls-Referat und spielte darauf an, dass am Konzernsitz im fränkischen Herzogenaurach (ca. 25.000 Ew) für adidas-Mitarbeiter (Durchschnittsalter 30) natürlich auch genügend Möglichkeiten für Sport- und Freizeitaktivitäten geboten werden. In seiner „jungen“ Abteilung ist Jan Runau mit 50 der Senior. Der erfolgreiche Kommunikationsprofi ließ in der regen Diskussion anklingen, dass ein Weltkonzern wie adidas auch im Bereich Medien, Sport-Sponsoring oder Werbung dem altbewährten Motto „klotzen, nicht kleckern“ folgt.