Lauter Lügen? Medien und Journalismus in der Krise

Liebe Mitglieder des Vorarlberger Presseclubs,

nicht erst seit den „Fake-News“-Kampagnen während des US-Wahlkampfes oder den „Lügenpresse“-Vorwürfen von „Pegida“-Demonstranten steht die Reputation, ja selbst die Notwendigkeit von Journalismus zur Diskussion. Wir haben deshalb die Anfrage des vorarlberg museum, ob wir eine Veranstaltungsreihe zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Journalismus als Kooperationspartner federführend mittragen würden, positiv beantwortet.

Das Museum möchte damit seine Versuche fortsetzen, sich mit Geschichte und Gegenwart zu beschäftigen und auch als Diskussionsplattform für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen zur Verfügung zu stehen, wir möchten damit unseren Mitgliedern die Gelegenheit bieten, sich im Gespräch mit ausgewiesenen Fachleuten unserer Branche mit brisanten Fragen nicht nur unseres Berufes, sondern auch der Zukunft unserer Gesellschaft zu beschäftigen.

Wir laden Euch deshalb ganz herzlich zu den kostenlosen Vorträgen mit anschließenden Diskussionen ein, deren Daten und Inhalte Ihr untenstehend findet.

Herzliche Grüße,
Axel Renner, Obmann

 

LAUTER LÜGEN? MEDIEN UND JOURNALISMUS IN DER KRISE
Eine Veranstaltungsreihe zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Journalismus

Die Vortragsreihe widmet sich umfassend und kritisch der gegenwärtigen Situation sowie der Zukunft des Journalismus in internationalen und regionalen Medien. Eine Veranstaltung des vorarlberg museum in Kooperation mit dem Vorarlberger Presseclub, der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier und dem Presseclub Concordia.


Andreas Koller: Journalismus – wozu?

Fr, 8. September 19.00 Uhr
Das fragt sich so mancher in einer Zeit, in der jeder in den Sozialen Medien selbst Journalist sein kann. Andreas Koller meint: Gerade in einer solchen Zeit ist professioneller, recherchierender, analysierender Journalismus wichtiger denn je. Nur Profis können den Informationsüberfluss, der täglich aus allen Kanälen schwappt, nach objektivierbaren Kriterien  filtern, inhaltlich einordnen, kurz: Informationsmüll von relevanten Informationen unterscheiden. Doch ein Problem wird dabei immer akuter: Wer soll guten Journalismus bezahlen? Andreas Koller ist vielfach ausgezeichneter Journalist, stellvertretender Chefredakteur der Salzburger Nachrichten und Präsident des Presseclub Concordia. Moderation: Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien.

 

Sibylle Hamann: Journalismus – wohin?
Di, 3. Oktober 19.00 Uhr
Wohin entwickelt sich der Journalismus, wenn die Umständen die handelnden Personen daran hindern, Neues zu erzählen? Ist es bequemer, vom Schreibtisch aus zu recherchieren als am Ort des Geschehens? Muss man sich schreibend den Erregungszyklen unterwerfen oder kann man sie unterlaufen? Stört das Naheverhältnis von Journalisten zu „den Mächtigen“ eine kritische Berichterstattung? Ist kritischer Journalismus überhaupt noch finanzierbar? Mit Fragen wie diesen befasst sich Sibylle Hamann, mehrfach ausgezeichnete freie Journalistin (Die Presse, Falter u.a.) und Lehrende an der Fachhochschule Wien. Moderation: Jutta Berger (Der Standard).

 

Stefan Kappacher: Journalismus – zu kritisch?
Do, 23. November 19.00 Uhr
Kann Journalismus zu kritisch sein? Mit dieser Frage eröffnete der gebürtige Tiroler und frühere Wien-Korrespondent der Tiroler Tageszeitung das neue Medienmagazin „#double- check” im Radioprogramm Ö1. Anlass war ein Interview von ZiB2-Moderator Armin Wolf mit dem scheidenden niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, der sich keine kritischen Fragen stellen lassen wollte und damit drohte, sich beim „Chef“ zu beschweren. Stefan Kappacher setzt sich mit den Aufgaben von Journalisten, der Empfindlichkeit von Politikern und dem Druck auf den öffentlich-rechtlichen ORF auseinander, für den er seit 2002 als Radio- und Fernsehjournalist arbeitet. Moderation: Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien.

 

Harald Fidler: Journalismus – österreichisch?
Fr, 26. Jänner 19.00 Uhr
Die Besonderheiten der österreichischen Medienlandschaft nahm Standard-Redakteur Harald Fidler schon 2008 für sein Buch „Österreichs Medienwelt von A bis Z“ unter die Lupe. Das Lexikon über Österreichs Medienbranche, ihre Macher, ihre Mechanismen und ihre Finanzierung, ist inzwischen auch online einsehbar. Harald Fidler liefert nicht nur Hintergründe und Daten zur österreichischen Medienszene, sondern erklärt auch deren Zusammenhänge. Dazu gehört auch die Frage, wie in Vorarlberg ein Quasimonopol eines einzigen Medien- konzerns entstehen konnte. Moderation: Jutta Berger (Der Standard).